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Sprays und lange Kleidung sind aufgrund von Malaria bei Reisen nach Afrika unverzichtbar

Berlin (dpa/tmn) – Lange Klamotten und Anti-Mücken-Sprays sind aus Medizinersicht unverzichtbar für den Schutz vor Malaria. Besonders bei Reisen nach Afrika sollten sich Urlauber sorgfältig vor Mückenstichen schützen.

Rund 90 Prozent der Deutschen, die an Malaria erkranken, bekommen die Krankheit bei Reisen durch Länder südlich der Sahara, vor allem Nigeria, Kenia, Ghana und Kamerun, sagte Prof. Frank Mockenhaupt, Leiter der Arbeitsgruppe Malaria am Institut für Tropenmedizin in Berlin. Auch Medikamente im Gepäck seien wichtig. «Es gibt zwar keinen 100-prozentigen Schutz, aber bei 99 Prozent wird er liegen», sagte Mockenhaupt anlässlich des Weltmalariatags an diesem Dienstag (19. April).

Pro Jahr gibt es seinen Angaben zufolge bis zu 500 Millionen Malaria-Fälle, zwischen 1 und 3 Millionen Menschen sterben an der Krankheit. Es gibt keine Impfung, aber Prophylaxe-Medikamente. Mockenhaupt riet, vor dem Flug nach Afrika, Südostasien, Indien oder auf die Philippinen den Rat eines Arztes einzuholen.

Ob eine Malaria-Prophylaxe eingenommen werden sollte, hänge nicht nur von Reiseziel, sondern auch von der Art der Reise ab. «Es ist ein Unterschied, ob ich im Fünf-Sterne-Hotel hinter einer Glasscheibe und unter Klimaanlage schlafe oder ob ich mit einem umgebauten VW-Bus quer durch Kenia fahre.» Daher gilt die Faustregel: Je individueller und abenteuerlicher die Reise, desto höher das Malaria-Risiko. Prinzipiell sei die Infektionsgefahr bei Reisen nach Indien so gering, dass eine Prophylaxe nicht unbedingt notwendig ist, beim Urlaub in Schwarzafrika werde sie hingegen häufig empfohlen, sagte Mockenhaupt.

Die Mücken mit Malaria-Erregern sind zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang aktiv, besonders um Mitternacht. Wenn die Urlauber nachts unterwegs sind, sollten sie helle, lange und möglichst weite Klamotten tragen, sagt Mockenhaupt. Von hellen Farbtönen werden Mücken weniger angezogen. Wenn sie dann doch auf der Kleidung landen, kommen sie auf weiten Klamotten nicht bis zur Haut durch. «Sie stechen dann ins Leere.»

Außerdem seien Anti-Mücken-Sprays wichtig. Von natürlichen Stoffen wie Sandelholz oder Zitronenöl hält der Mediziner wenig. «Die wirken auch, aber sehr kurz – nur etwa 20 Minuten», sagte er. Daher sollten sich Reisende nachts auf jeden Fall mit chemischen Abwehrmittel besprühen. «Das wirkt vier bis acht Stunden und ist recht sicher.» Außerdem sei es sinnvoll, die Bekleidung vor einer Reise mit Anti-Mücken-Stoffen zu imprägnieren. Solche Mittel werden in die Waschmaschine gegeben und bleiben für einige Wochen in den gewaschenen Kleidern haften. «Der Mensch riecht das nur kaum oder gar nicht.» Sollten die Mücken trotz des Abwehr-Duftes auf der Kleidung landen, würden sie vergiftet.

Sogenannte Standby-Medikamente, die der Urlauber im Krankheitsfall ohne ärztlichen Rat auf Reisen einnimmt, sind für Otto-Normal-Urlauber nach Einschätzung von Mockenhaupt nicht nötig. In Thailand zum Beispiel wüssten die Ärzte in punkto Malaria sehr gut Bescheid, daher sollte man dort in eine Praxis gehen, anstatt auf eigene Faust die Medizin einzunehmen. Nur bei längeren Trekking- und Forschungs-Reisen in entlegene Gebiete sei Notfall-Medizin wichtig.

Malaria-Website des Instituts

Kleiner Stich mit schweren Folgen

Noch bis ins 19. Jahrhundert hielt man übelriechende Ausdünstungen aus Sümpfen für die Auslöser der Malaria (von italienisch mala aria, «schlechte Luft»). Tatsächlich wird die auch Sumpffieber genannte Krankheit von einzelligen Parasiten hervorgerufen. Diese vom Stich der weiblichen Anophelesmücken übertragenen Plasmodien zerstören die Blutzellen.

Während die Malaria quartana und die Malaria tertiana meist nur leichte Symptome hervorrufen, kann die Malaria tropica unbehandelt zum Tode führen. Typische Symptome sind hohes, wiederkehrendes Fieber, Schüttelfrost und Krämpfe. Vor allem viele Kleinkinder in afrikanischen Ländern südlich der Sahara sterben an Malaria.

Viele Erreger sind inzwischen immun gegen die üblichen Medikamente. Wichtig ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) daher vor allem der Schutz vor Mückenstichen in den Risikogebieten – etwa mit Hilfe von Moskitonetzen.

Quelle: Süddeutsche (2011): Online im Internet [http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1142981].

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